Ein Tag als Kauffrau in einem Notariat

Jeder wird sicherlich einmal in ein Notariat gehen. Sei es für Beglaubigungen, für das Konkursamt oder um Erbverträge zu machen. Am 31.03.2022 war ich in Zürich Altstadt um eine Schnupperlehre als Kauffrau zu absolvieren.

Mein Tag fing um 8:15 an. Zuerst wurde ich vom Notarstellvertreter begrüsst und mir würde das Notariat gezeigt und ich durfte die Mitarbeiter kennen lernen. Zahlreiche Arbeitsplätze und Zimmer gibt es dort. Die drei grossen Archive mit allen Unterlagen von Fällen beim Notariat, Konkursamt und Grundbuchamt wurden mir auch gezeigt. Nach der Einführung durfte ich bei den Lehrlingsarbeiten einen Einblick bekommen und durfte teilweise Register sogar selbst ausfüllen. Die Lehrlinge arbeiten mehrheitlich immer am Computer. Dort erstellen sie Rechnungen oder füllen Register aus. Auch nehmen sie das Telefon ab und beantworten den Anrufern ihre Fragen. Neben der Arbeit am Computer heften sie Urkunden, versenden die Post, bestellen Büroartikel und holen Pakete ab. Natürlich hat dieses Notariat auch einen Empfang, bei dem Leute vorbeikommen, die ihre Dokumente beglaubigen lassen müssen. Jeweils durfte ich auch dort 20 Minuten lang einen Einblick bekommen und durfte sogar mithelfen und die Leute bedienen. Mit einer amtlichen Beglaubigung wird die Echtheit einer oder mehrerer Unterschriften auf einem Dokument bestätigt. Eine Einführung ins Grundbuchamt und ins Konkursamt habe ich auch bekommen. Ein Notariat besteht jeweils aus 3 Teilen, dem Notariat, dem Grundbuchamt und dem Konkursamt. Das spezielle am Notariat Zürich Altstadt ist, das sie im Gegensatz zu anderen Notariaten viel weniger mit dem Konkursamt zu tun haben und mehr Fälle im Notariat und beim Grundbuchamt haben. Am besten gefiel mir das Konkursamt, denn dies weckte am meisten mein Interesse. Beim Konkursamt gibt es Situationen, dass sich Leute oder Firmen melden, die kein Geld, bzw. zu viele Schulen haben. Dann wird beim Konkursamt das weitere Vorfahren besprochen.

Gegen den Schluss hatte ich ein Abschlussgespräch mit dem Notarstellvertreter über die Schnupperlehre. Ich wurde gefragt, wie es mir gefiel. Zum Schluss verabschiedete ich mich von allen Mitarbeiteten und machte mich dann um 16:50 Uhr auf den Weg nach Hause.

Ich empfehle es denen eine Schnupperlehre in einem Notariat zu absolvieren, die ein Interesse für juristische Themen haben. In der Schnupperlehre lernt man vieles und hat schlussendlich einen viel besseren Eindruck über den Lehrberuf. Auch ist der Vorteil, dass man mit einer Notariatslehre einen direkten Zugang an die Universität Zürich für einem juristischem Teilstudium zum Notar hat.